Industrie 4.0-Award 2016 in vier Kategorien vergeben

Die Woche in der Industrie 4.0

Aus- und Weiterbildung, Preisträger Industrie-4.0-Awards: Praxis, Praxis, Praxis.

Dirk Baranek

Aus- und Weiterbildung, Preisträger Industrie-4.0-Awards: Praxis, Praxis, Praxis.

Zu oft verharrte das Konzept Industrie 4.0 in den letzten Jahren im abstrakten Konzeptstatus. Worte sind allerdings allzu billig, nur Taten zählen wirklich. Inzwischen haben viele Unternehmen die Digitalisierung ihres Geschäftsmodells vorangetrieben und können nun mit konkreten Erfahrungen aufwarten. Von diesen können nun alle profitieren, wenn sie zusammengefasst und einer breiteren Öffentlichkewit adäquat präsentiert werden. Die Plattform Industrie 4.0 ist unter anderem dafür gegründet worden und sie liefert jetzt. Arbeitsgruppe „Arbeit, Aus- und Weiterbildung“ hat eine entsprechende Broschüre vorgelegt, die man nur jedem empfehlen kann, der sich mit dem Thema Personal in der Industrie beschäftigt. Dieses und weiteres zum Thema Industrie 4.0 in unserem Wochenrückblick.

#Personal Weißbuch Arbeit 4.0
Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles hat ein Weißbuch zur Zukunft der Arbeitswelt in der Industrie 4.0 vorgelegt. Darin werden die Herausforderungen der Zukunft ebenso beschrieben, wie versucht Lösungsansätze für die sich aus Digitalisierung und Globalisierung ergebenden Veränderungen der Arbeitswelt zu liefern. Dabei spielt eine erhöhte Flexibilität ebenso eine Rolle wie eine Arbeitsversicherung, Wahlarbeitszeitgesetz, Erwerbstätigenkonto usw. Das Weißbuch Arbeiten 4.0 skizziert insgesamt einen sehr wichtigen Dialogprozess, der zum Teil auch strittige Positionen zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite gut herausarbeitet
Das Weißbuch “Arbeiten 4.0” steht hier bereit zum Download

#Personal Aus- und Weiterbildung für digitale Transformation gestalten
Die Arbeitsgruppe „Arbeit, Aus- und Weiterbildung“ der Plattform Industrie 4.0 hat eine 68-seitige Broschüre mit dem Titel „Die digitale Transformation im Betrieb gestalten – Beispiele und Handlungsempfehlungen für Aus- und Weiterbildung“ veröffentlicht. Diese will den Unternehmen Wege aufzeigen, wie sie im Rahmen ihrer Industrie-4.0-Strategie die Aus- und Weiterbildung der MitarbeiterInnen gestaltet. Gut daran: Man verzichtet weitestgehend auf abstrakte Analyse und realitätsferne Handlungsempfehlungen sondern zeigt anhand konkreter Fallbeispiele in Unternehmen wie Festo, Siemens, Bosch, ABB oder auch SAP wie es gehen kann.
Artikel bei Haufe

#BestPractice Engel (Österreich) setzt auf Industrie 4.0
5.500 Mitarbeiter zählt der Spritzgussmaschinenhersteller Engel mit Zentrale in Schwertberg (Österreich) und hat jetzt einen neuen CEO. Stefan Engleder (38) ist überzeugt, dass Investitionen in Industrie 4.0 die Zukunft bedeuten. Deshalb will er vor allem den Bereich Forschung und Entwicklung ausbauen. Die Digitalisierung sei nicht mehr aufzuhalten und deshalb Chefsache bei Engel. „Das kommt mit einer Vehemenz, vor allem aus Deutschland. Da hinken wir in Österreich derzeit hinterher,” so Engleder.
Artikel in Neues Volksblatt

#IT Alte Maschinen sind zukunftsfähig
Seit über 30 Jahren beschäftigt sich das Unternehmen Osisoft mit der Analyse von Maschinendaten. Unter anderem können die Daten aus über 450 verschiedenen Standards auslesen und verarbeiten. Daher ist sich Chef Christoph Papenfuss sehr sicher, dass auch alte Maschinenparks für die Anforderungen von Industrie 4.0 fit gemacht werden können. “Auch alte Maschinen sind in der Regel mit Sensoren ausgestattet, die relevante Daten liefern, und auch die notwendigen Schnittstellen sind vorhanden.” So ganz einfach ist das aber prinzipiell nicht, denn: “Sensordaten sind sehr kompliziert, da sie nicht im äquidistanten zeitlichen Abstand anfallen und meist hohe Frequenzen aufweisen.”
Umfangreiches Interview in Elektronik.net

#Prozesse Netzwerkdenken gefordert
Auf dem Fachkongress Industrie 4.0 in Ulm wurde auch die Bedeutung von Industrie-4.0-Strategien für die Prozesse in den Unternehmen selbst thematisiert. “Wir müssen dieses Internet der Dinge, wo sich neue Prozesse abspielen, stärker mit der internen Betrachtung verknüpfen und als Netzwerk denken“, erklärte Martina Weidner, Senior Solution Advisor Manufacturing bei der SAP Deutschland. Die Silomentalität bisheriger Organisationsstrukturen müsse aufgebrochen werden und stattdessen Netzwerkdenken Einzug in die Unternehmen halt.
Bericht in Produktion

#BestPractice Mikroskope in der Servicecloud
Zeiss ist unbestritten einer der renommiertesten Hersteller optischer Geräte und seine Mikroskope werden nicht nur in der Medizin und der Biologie genutzt sondern auch in der Industrie. Die Geräte sind langlebig, aber auch hier kann es zu Ausfällen und Fehlfunktionen kommen. Um die kostenträchtigen Einsätze der Servicetechniker effizienter zu gestalten, hat Zeiss inzwischen alle Mikroskope mit Ferndiagnose und Remote-Desktop-Zugriff ausgestattet. Platzvorteil dabei natürlich: Schon bisher basieren die Geräte auf Softwareanwendungen, die sich nun sehr gut nutzen lassen, um entsprechende Daten zu erheben.
Bericht bei IT-Zoom

#BestPractice Maschinenrüstzeit um über 80% reduziert
Der Mittelständler Spelsberg, der in NRW und Thüringen Elektroinstallations- und Gehäusetechnik produziert, berichtet von großen Erfolgen bei der Umsetzung von Industrie-4.0-Strategien und will in den Bereich verstärkt investieren. “Die Erfahrungen, die wir gesammelt haben, sind unbezahlbar. Damit werden wir an neue Industrie-4.0-Projekte viel effektiver herangehen”, blickt Karsten Dettmers, IT-Leiter bei Spelsberg, zurück, “Industrie 4.0 ist machbar und hat einen hohen Nutzwert, man muss den Weg nur konsequent gehen.”
Hintergrundbericht in Computerwoche

#BestPractice Datenaustausch in Industrie-4.0-Anwendungen
Softing Industrial, Experte für den horizontalen und vertikalen digitalen Datenaustausch in industriellen Anwendungen, präsentierte auf der Messe SPS IPC Drives 2016 sein zukünftiges Portfolio mit Hilfe von vier Produktfamilien: DataFeed, DataThink, DataCheck, DataFlow. “Unsere Produkte ermöglichen und verbessern den digitalen Datenaustausch. Sie lassen sich auf der Grundlage globaler Standards nahtlos integrieren. Damit überbrücken wir technologische Lücken und schaffen für unsere Kunden Gestaltungsfreiraum bei der Realisierung ihrer Industrie 4.0- und IoT-Anwendungen“, so Wolfgang Wende, Marketingleiter bei Softing.
Artikel in Elektrotechnik Vogel

#BestPractice Vier Preisträger der Industrie-4.0-Awards in Ulm
Auf dem 4. Fachkongress Industrie 4.0 wurden vier Unternehmen für ihre Industrie 4.0-Lösungen ausgezeichnet.
Der Energie- und Automatisierungsspezialist ABB Stotz-Kontakt GmbH führte eine vollautomatischen Montagelinie ein. Die Lösung ist sehr ausgereift und bietet viele Elemente von Industrie 4.0, etwa die Nachvollziehbarkeit aller Produktschritte dank Data-Matrix-Codes.
Klingelnberg Hückeswagen hat ein cyber-physisches Produktionssystem in der Kegelradfertigung eingeführt. Damit schuf der Maschinenbauer eine Industrie 4.0-Lösung für einen Spezialbereich, die den Gesamtprozess umfasst und die Dokumentation aller Fertigungsschritte ermöglicht.
Die Mangelberger Elektrotechnik GmbH punktet mit der konsequenten Umsetzung von Industrie 4.0 bei einem mittelständischen Unternehmen. Mit dem Ziel, die Schaltschrankfertigung wirtschaftlicher und termintreuer zu machen, ist ein durchgängiges Industrie 4.0-Konzept entstanden.
SEW Eurodrive zeichnet sich durch eine intelligente Kombination von Lean und Industrie 4.0 in Form mobiler Montage-, Handling- und Logistikassistenten aus. Zudem hat der Antriebstechnik-Spezialist eine klare I4.0-Vision formuliert und in vier Montagezeilen umgesetzt.
Bericht von der Preisverleihung bei Produktion.de

#China Verstärkte deutsch-chinesische Kooperaton bei Industrie-4.0-Standards
300 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten in Berlin beim eim ersten deutsch-chinesischen Symposium zur Intelligenten Fertigung und Vernetzung der Produktionsprozesse . Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Vor allem im Bereich der Standrds arbeite man jetzt enger zusammen. Ein operativer Plan legt die Maßnahmen und angestrebten Ergebnisse bis 2017 fest. Schwerpunktthemen sind die zentralen Bereiche Referenzarchitekturmodell (RAMI 4.0), Intelligente Fertigungsroboter, IT-Sicherheit, Kabellose Kommunikation, Anwendungsfälle (Use Cases) und Industriesoftware.
Artikel bei Maschinenmarkt

#Theorie Von der Informations- zur Wissensgesellschaft
Was steckt eigentlich genau hinter den Digitalisierungs-Begriffen, die wie Industrie 4.0, Arbeit 4.0, Wirtschaft 4.0 usw. fast schon als Schlagworte wie inhaltsleer durch den Raum des öffentlichen Diskurses schweben? Darüber macht sich in einem ausführlichen Essay Prof. M.A. Volker M. Banholzer von TH Nürnberg Gedanken. Sein Fazit: Den als Wende diagnostizierten Digitaliserungsprozess gibt es tatsächlich und er ist eine fundamentale Wende. Unter anderem verwandelt sich unsere Informationsgesellschaft zu einer Wissensgesellschaft.
Essay bei Industry of Things

Foto: obs/Produktion/Daniela Hoffmann