Die Woche in der Industrie 4.0

Wochenrückblick Industrie 4.0: Offene Plattformen, Cyberangriffe und neue Arbeitswelt

Dirk Baranek

Wochenrückblick Industrie 4.0: Offene Plattformen, Cyberangriffe und neue Arbeitswelt

Durch die rasch voranschreitende Digitalisierung ergeben sich für die Industrie viele neue Chancen aber auch neue Herausforderungen. Dieser Prozess wird in der Öffentlichkeit unter dem Begriff Industrie 4.0 diskutiert. In unserem Wochenrückblick möchten wir Sie über neue Entwicklungen und Diskussionen zu diesem Thema auf dem Laufenden halten.

#Software Industrie bevorzugt offene Plattformen
Offene Standards oder geschlossene Plattformen? Die Industrie tendiert bei der der Beantwortung der Frage, welche Architektur ihrer IT-Systeme sie bei der Einführung von Industrie 4.0 bevorzugt, eindeutig zu offenen Plattformen. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer Umfrage unter den Teilnehmern der internationalen Konferenz „Industry of Things World“, die diese Woche in Berlin stattfand. Über ein Drittel der Befragten beklagte außerdem die Abwesenheit von Standards für Industrie4.0-Anwendungen, was dem Prinzip der vernetzten Marktteilnehmer im Wege stehe. Für 27 Prozent ist zudem der Fachkräftemangel eine große Hürde, um Projekte wie geplant umzusetzen.
Konferenz: Industry Of Things World
Bericht bei Heise.de

#Sicherheit Verfassungsschutz warnt vor wachsenden Cyberangriffen
Bei einer Konferenz zum Thema IT-Sicherheit hat Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen darauf hingewiesen, dass nach Erkenntnissen seines Amtes die Bedrohung durch Cyberterror weiter wachse. Das sei unter anderem auf „größere Angriffsflächen“ durch die Einführung vernetzter Produktion und Entwicklung zurückzuführen. „Mit Industrie 4.0 sehen wir, dass die Angriffsfläche immer größer wird“, warnte Maaßen.
Bericht über die Konferenz bei Finanzen.net

#Personal Umschulungsbedarf wächst
Programmierung, Daten-Management, systemisches Denken – die Industrie 4.0 stellt auch neue Herausforderungen an die Mitarbeiter in den Unternehmen. Während alte Tätigkeiten verschwinden, weil sie durch Maschinen ersetzt werden können, entstehen an anderer Stelle wiederum neue, allerdings oft mit höheren Anforderungen an die Kompetenzen der Mitarbeiter. Daraus ergibt sich ein großer Schulungsbedarf, um die Mitarbeiter für diese neuen Aufgaben zu qualifizieren. Wie das baden-württembergische Unternehmen Festo diese Herausforderung meistert, lesen Sie bei DIE WELT.

#Showcase Industrie 4.0 bei Bosch Rexroth
Das Unternehmen Bosch Rexroth hat in diesem Video einen konkreten Anwendungsfall visualisiert, wie sich bei Industrie 4.0 digitalisierte Maschinen und Menschen zusammenarbeiten.

#Showcase Schneiden digitalisiert
Planung, Design, Produktion – alles auf einer einzigen, intelligenten Plattform. Das schwedische Unternehmen Sandvik Coromant nennt seine Industrie4.0-Plattform CoroPlus und gibt damit seinen vernetzten Schneid- und Bohrwerkzeugen einen gehörige Schub in Richtung Digitalisierung.
Präsentation auf der Firmenwebsite CoroPlus

#Showcase Rittal individuell und effizient durch Digitalisierung
Ein Aspekt bei Industrie 4.0 ist das Thema Individualisierung der Produkte. Fast jeder Kunde hat eigene Vorstellungen und spezielle Wünsche an das Produkt, für das er sich entscheidet. Das Unternehmen Rittal aus dem hessischen hat sich daher bei der Planung eines neuen Werks für Kompaktgehäuse ganz auf diese Anforderung ausgerichtet. „Das Werk ist so konzipiert, dass jedes von den Kunden gewünschte Produkt aus den 300 Gehäusegrundtypen mit jeder gewünschten Losgröße effizient produziert werden kann.“.
Artikel bei Maschinenmarkt

#Personal Die neue Arbeitswelt der Industrie 4.0
Werden neue Produktionsmethoden auch die Arbeitswelt verändern und was bedeutet das für das Leben der menschen? Damit hat sich der „Denkraum für Soziale Marktwirtschaft“ beschäftigt, wo unter anderem Siemens-Chef Joe Kaeser, Bundesbildungs- und Forschungsministerin Johanna Wanka und Frank Appel, Vorstandschef der Deutsche Post DHL Group, ihre Positionen erläuterten. Fazit: Die Entwicklung wirft viele Fragen bzgl. Flexibilisierung, Work-Life-Balance oder Sozialer Marktwirtschaft auf, abschließende Antworten sind aber noch nicht gefunden.
Bericht über die Konferenz bei Deutsche Welle

#ZumSchluss Vom Gipfel der überzogenen Erwartungen ins Tal der Enttäuschungen
Bei all dem Lärm um das Thema Industrie 4.0 mag sich so mancher die Frage stellen: Ist das nicht alles nur ein Hype? Eine vorübergehende, von Großsprechern propagierte Mode, die so schnell vorüberzieht wie ein Sommergewitter? Bei allem Respekt für kritisches Hinterfragen rhetorischen Knalltütentums: das darf nicht dazu führen, das die Herausforderungen der Zukunft nicht erkannt und verpasst werden. Denn Innovation hat ein Muster und dazu gehören der „Gipfel der überzogenen Erwartungen“ ebenso wie das „Tal der Enttäuschungen“. Maß und Mitte gehören also zu einer gesunden Entwicklung dazu, aber die Entwicklung an sich, die muss angepackt und forciert werden – zumindest beim Thema Industrie 4.0.
Artikel bei Industry Of Things